Astrofotografie – Faszination Nachthimmel

Willkommen in der Welt der Astrofotografie.

Auf dieser Seite nehme ich euch mit hinaus unter den Sternenhimmel.

Hohe Dirn, Oberösterreich – Frühling 2022

Astrofotografie macht Dinge sichtbar, die unser Auge allein nicht erkennen kann.

Durch lange Belichtungszeiten und moderne Kameratechnik entstehen Bilder von Sternen, Nebeln und Strukturen unserer Milchstraße, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleiben.

Für mich besteht die Faszination der Astrofotografie nicht nur in der Technik.
Es ist vor allem das Gefühl, nachts unter einem klaren Sternenhimmel zu stehen und die Schönheit unseres Universums zu entdecken.

Astrofotografie bedeutet für mich, einen Teil dieser Schönheit sichtbar zu machen –
eine Welt festzuhalten, die im Alltag so leicht in Vergessenheit gerät.

Das Licht der Sterne wirkt fern.
Doch wir sind Teil davon.

Inhaltsverzeichnis

Seit Milliarden Jahren reist dieses Licht durch das All.
Und heute fällt es auch auf unsere Welt.

Was wir als Milchstraße sehen

Die Milchstraße ist unsere Heimatgalaxie – ein riesiges Sternsystem mit schätzungsweise über 100 Milliarden Sternen.
Unser Sonnensystem befindet sich darin in einem äußeren Spiralarm, weit entfernt vom galaktischen Zentrum.

Wenn wir in einer dunklen Nacht die Milchstraße sehen, blicken wir entlang der Scheibe unserer eigenen Galaxie – durch unzählige Sterne, Gas- und Staubwolken.

Das helle Band am Himmel ist also kein einzelnes Objekt, sondern ein Blick durch unsere Galaxie selbst.
Da wir uns jedoch mitten in ihr befinden, können wir ihre Form nicht von außen sehen.
Ein gutes Beispiel dafür, wie eine solche Galaxie aussieht, ist unsere Nachbargalaxie – die Andromeda-Galaxie.

Sie ist unserer Milchstraße in ihrer Struktur sehr ähnlich: eine große Spiralgalaxie mit Milliarden Sternen, Staubbändern und einem hellen galaktischen Zentrum.
Während wir Andromeda von außen betrachten können, sehen wir unsere eigene nur von innen, als leuchtendes Band am Nachthimmel.

Wie unsere Galaxie von außen aussehen würde

Andromeda-Galaxie (M31)
Hohe Dirn, Oberösterreich – Herbst 2023
400mm (Crop) Teleaufnahme.
Unsere nächstgelegene große Nachbargalaxie und ein Beispiel dafür, wie eine Spiralgalaxie von außen aussieht – ähnlich unserer eigenen Milchstraße.

Der Himmel über unseren Städten

Heute lebt der Großteil der Menschen unter lichtverschmutzten Himmeln.
Über 80 % der Weltbevölkerung sehen keinen wirklich dunklen Nachthimmel mehr.
Für mehr als ein Drittel der Menschheit ist sogar die Milchstraße unsichtbar geworden.

Städte tauchen die Nacht in ein beeindruckendes Lichtermeer – doch gleichzeitig verschwindet dadurch der Blick zu den Sternen.

Umso besonderer sind jene Orte, an denen der Himmel noch wirklich dunkel ist und die Milchstraße ihre ganze Schönheit zeigen kann.

Gaisberg, Salzburg – Jänner 2020 Blick vom Gaisberg auf die Lichter der Stadt Salzburg – beeindruckend, aber auch ein Beispiel dafür, wie stark künstliches Licht unseren Nachthimmel verändert.

Viele Menschen haben die Milchstraße noch nie bewusst gesehen.
Neben der Lichtverschmutzung spielen auch Mondlicht, Dunst und die Bedingungen in unserer Atmosphäre eine große Rolle.

Schon ein heller Mond kann das schwache Leuchten unserer Galaxie überstrahlen. Dunst oder dünne Schleierwolken streuen zusätzlich das vorhandene Licht in der Atmosphäre, wodurch der Kontrast des Nachthimmels deutlich abnimmt und die feinen Strukturen kaum noch sichtbar sind.

Um die Milchstraße wirklich zu erleben, braucht es deshalb dunkle Orte, klare Luft und eine möglichst mondlose Nacht.

Manchmal beginnt alles
mit einem Blick zum Himmel.

So weit entfernt und gewaltig unsere Galaxie auch ist – meine eigene Reise zur Astrofotografie begann ganz klein, mit einer einfachen Kamera und einer großen Neugier auf den Nachthimmel.

Wie alles begann

Der Nachthimmel übte schon früh eine besondere Faszination auf mich aus.

Während andere einfach nur Sterne sahen, fragte ich mich oft, was sich hinter diesen Lichtpunkten verbirgt.

Dokumentationen über das Universum und Science-Fiction-Filme ließen meine Begeisterung für den Weltraum immer weiter wachsen.
Viele Jahre blieb diese Faszination ein Interesse. Im Jahr 2019 wurde daraus schließlich eine Leidenschaft, die mich bis heute nicht mehr losgelassen hat.

Immer wieder sah ich im Internet Bilder von nächtlichen Landschaften mit der Milchstraße.
„Wow“, dachte ich mir – wie funktioniert das nur?
Wie kann man die Milchstraße so detailliert fotografieren?

Wenige Monate zuvor hatte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera gekauft. Der Gedanke, das selbst auszuprobieren, ließ mich nicht mehr los.

Almsee, Oberösterreich – Juni 2019
Meine ersten Versuche in der Astrofotografie.

Die erste Nacht am Almsee

Im Juni 2019 fuhr ich mit meiner Verlobten Christina zu einem der dunkelsten Orte Österreichs – zum Almsee im wunderschönen Almtal.

Da ich mich schon einige Wochen mit dem Thema Astrofotografie beschäftigt hatte, wusste ich zumindest, dass ein dunkler Nachthimmel die Grundvoraussetzung für ein Milchstraßenbild ist.
Auch wusste ich, dass sich das Zentrum unserer Galaxie in unseren Breitengraden im Süden befindet.
Viel mehr wusste ich damals allerdings noch nicht.

Dann brach die Nacht herein.

Ich richtete meine Kamera nach Süden aus und machte die ersten Aufnahmen.

Hmm … dachte ich mir – nichts zu sehen.
Nur viel Blau.

Es war nämlich noch gar nicht Nacht.
Wir befanden uns mitten in der Dämmerung.

Minute für Minute wurde es dunkler.

Und wer schon einmal nachts am Almsee war, weiß, wie dunkel es dort werden kann.

Dann kam der Moment, der vieles für immer verändern sollte.

Die Milchstraße erhob sich langsam über dem Toten Gebirge, und Schritt für Schritt konnte ich sie auf meinem Kameradisplay erkennen.

Das war ein unglaublicher Moment für mich.

Christina saß währenddessen im Auto, aber ich musste ihr sofort zeigen, was ich gerade entdeckt hatte.
Ich war voller Freude – fast schon nervös.

Es war einfach unglaublich.

Und das Beste: Am Almsee ist es so dunkel, dass man sogar mit freiem Auge die Strukturen der Milchstraße erkennen kann.
Unübersehbar spannt sich der milchige Bogen über den Nachthimmel im Almtal.

Ein beeindruckendes Erlebnis.

Almsee, Oberösterreich – Juni 2019
Mein erstes Milchstraßenbild, Ihr könnt euch gar nicht vorstellen,
wie glücklich ich damals darüber war.

Die zweite Nacht

Nur wenige Tage später zog ich erneut los – diesmal alleine.

Mein Ziel: der Schieferstein in Losenstein.

Diese zweite Nacht war fast noch prägender für mich als die erste.

Ganz alleine am Gipfel eines Berges.
Über mir eine Kuppel aus Sternen.

Nachts auf einem Berg zu stehen, unter einem Himmel voller Sterne – genau diese Momente haben mich endgültig zur Astrofotografie gebracht.

Das Licht der Sterne, das schwache Leuchten der Orte in der Ferne und die besondere Ruhe der Nacht machen jeden dieser Augenblicke einzigartig.

In dieser Nacht habe ich nicht nur fotografiert, sondern die Zeit dort oben auch ganz bewusst genossen.

Ich kann dieses Gefühl kaum beschreiben.

Es ist einfach unbeschreiblich.

Schieferstein, Oberösterreich – Juni 2019
Meine erste Nacht alleine am Gipfel eines Berges.

Nach dieser Nacht wollte ich den Sternenhimmel immer besser verstehen und fotografieren.

Der Gedanke, dass dort oben noch so viel zu entdecken war, ließ mich nicht mehr los.

Mit jeder Nacht draußen unter den Sternen lernte ich mehr dazu – über die Technik, über den Himmel und über die Geduld, die diese Art der Fotografie erfordert.

Viele Nächte verliefen unspektakulär. Wolken zogen auf, der Himmel blieb bedeckt oder die Bedingungen waren nicht so, wie ich sie mir erhofft hatte.

Doch immer wieder gab es diese besonderen Momente, in denen sich der Himmel plötzlich in seiner ganzen Pracht zeigte.

Erlebnisse, die mich bis heute hinaus in die Nacht treiben.

Immobilienfotografie Mario Oberlaber
Postalm, Dezember 2022 – Selfie mit meinem Panorama Setup, Orion und aufziehenden Wolken

Der Weg unter den Sternen

Mit der Zeit wurde aus den ersten Versuchen eine echte Leidenschaft.

Ich begann immer häufiger hinauszufahren – auf Berge, in abgelegene Täler und zu Orten fernab der Städte.

Orte, an denen die Nacht noch wirklich dunkel ist.

Dabei wurde mir immer wieder bewusst, wie viel Glück wir in Österreich haben. Es gibt hier noch Landschaften mit erstaunlich dunklem Nachthimmel – und sogar Regionen, die als Dark Sky Parks besonders geschützt werden.

Jede neue Nacht brachte neue Erfahrungen und neue Erkenntnisse.

Doch eine Sache wurde mir schnell klar: Das, was wir mit bloßem Auge sehen, ist nur ein kleiner Teil dessen, was am Himmel verborgen liegt.

Stoderzinken, Steiermark Sommer 2025.

Unter der Milchstraße
wird aus einem Hobby eine Leidenschaft.

Was man mit bloßem Auge wirklich sieht

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie zum ersten Mal ein Astrofoto Milchstraße sehen.
Die Strukturen wirken unglaublich detailliert, oft sogar farbig – mit rötlichen Nebeln und feinen Staubwolken.

Mit bloßem Auge sieht der Himmel jedoch meist ganz anders aus.

Selbst an sehr dunklen Orten erscheint das galaktische Band für unser Auge meist nur als milchiger, schwacher Lichtstreifen am Himmel.
Feine Strukturen, Farben oder Nebel sind schwer erkennbar.

Der Grund dafür liegt in der Funktionsweise unseres Auges.

Unsere Augen sind hervorragend darin, sich an Dunkelheit anzupassen – doch sie sammeln nur sehr kurze Zeit Licht.
Eine Kamera dagegen kann das Licht über viele Sekunden oder sogar Minuten hinweg sammeln.

So zeigt eine Aufnahme deutlich mehr Strukturen und Farben, als wir mit unseren Augen in der Nacht erkennen können.

So entstehen die detailreichen Bilder unserer Galaxie, wie man sie aus der Astrofotografie kennt.

Hohe Dirn, Oberösterreich – Frühling 2020

Eine Aufnahme aus meinen ersten Astrofotografie-Nächten.
Nach einer kurzen Rast im Auto wachte ich auf und bemerkte durch die Seitenscheibe bereits den schwachen Bogen der Milchstraße am Himmel.
Spontan entstand dieses Foto direkt aus dem Auto heraus.
Die kurze Belichtungszeit kommt der tatsächlichen Wahrnehmung der Milchstraße mit dem menschlichen Auge erstaunlich nahe – als milchiger Lichtstreifen am Himmel.

Hier endet das, was wir sehen – und beginnt das,
was möglich wird.

Wie Kameras den Himmel sichtbar machen

Die ersten Astrofotos lassen sich bereits mit einer normalen Kamera aufnehmen.
Durch längere Belichtungszeiten sammelt der Sensor deutlich mehr Licht als unser Auge – dadurch werden Sterne, Staubstrukturen und Teile des galaktischen Bandes sichtbar.

Normale Kameras besitzen jedoch einen eingebauten Filter, der einen Teil des roten Lichts blockiert.
Dieser Filter sorgt im Alltag für natürliche Farben, verhindert aber, dass bestimmte Nebelstrukturen besonders deutlich sichtbar werden.

Viele Astrofotografen verwenden deshalb astromodifizierte Kameras.
Bei diesen Kameras wird der originale Filter entfernt oder verändert, sodass mehr Licht im roten Bereich des Spektrums auf den Sensor gelangen kann.

Zusätzlich können spezielle Schmalbandfilter, wie zum Beispiel H-Alpha-Filter, eingesetzt werden.
Diese lassen nur einen sehr kleinen Bereich des Lichtspektrums durch – genau dort, wo Wasserstoffnebel besonders stark leuchten.

Dadurch werden Strukturen sichtbar, die auf normalen Aufnahmen oft nur sehr schwach erscheinen.

Postalm, Salzburg – Winter 2022
Das Setup ist aufgebaut, die Kamera auf dem Startracker ausgerichtet – jetzt heißt es nur noch warten, bis der Himmel dunkel genug wird.
Der rötliche Farbton auf dem Display stammt von der Astromodifikation der Kamera.

Warum die Milchstraße so rot leuchtet

Viele Bereiche unserer Galaxie enthalten riesige Wolken aus Wasserstoffgas.
Werden diese Gaswolken durch junge Sterne angeregt, beginnen sie in einer bestimmten Wellenlänge zu leuchten – dem sogenannten H-Alpha-Licht, das im roten Bereich des Spektrums liegt.

Dieses Licht ist auch der Grund, warum viele Astrofotografien der Milchstraße rötliche Nebelstrukturen zeigen.
Diese Wasserstoffnebel liegen zwischen den Sternfeldern unserer Galaxie und verleihen vielen Bildern ihre charakteristische Farbe.

Mit einer astromodifizierten Kamera lassen sich diese Strukturen bereits deutlich besser sichtbar machen, da der Kamerasensor empfindlicher für dieses rote H-Alpha-Licht ist als bei einer normalen Kamera.

Noch gezielter lassen sich diese Nebel mit speziellen H-Alpha-Filtern hervorheben.
Solche Filter lassen nur einen sehr schmalen Bereich des Lichtspektrums passieren – genau jene Wellenlänge, in der das Licht der Wasserstoffnebel ausgesendet wird.

In meinem Fall verwende ich sogenannte Clip-In-Filter, die direkt vor dem Kamerasensor eingesetzt werden.
Der Filter blockiert einen Großteil des restlichen Lichts und lässt hauptsächlich das H-Alpha-Licht passieren.
Dadurch werden die roten Nebelstrukturen deutlich stärker sichtbar.

Oft werden zusätzlich mehrere Aufnahmen kombiniert, um Bildrauschen zu reduzieren und feine Details der Gas- und Staubstrukturen unserer Galaxie besser herauszuarbeiten.

Wie H-Alpha-Filter die Wasserstoffnebel der Milchstraße sichtbar machen

RGB-Aufnahme
Dieses Bild zeigt eine klassische RGB-Aufnahme – also eine Aufnahme in den drei Farbkanälen Rot, Grün und Blau.
In diesem Fall wurde sie mit einer astromodifizierten Kamera aufgenommen, wodurch bereits schwache rötliche Wasserstoffstrukturen des Bandes sichtbar werden.
Die RGB-Aufnahme dient meist als Basis für das spätere Gesamtbild.
H-Alpha – Aufnahme
In dieser Aufnahme werden die Wasserstoffnebel der Milchstraße isoliert sichtbar.
Die Sternfelder treten dabei in den Hintergrund, während die feinen Strukturen der Gaswolken deutlich hervortreten.
Diese Daten bilden später eine wichtige Grundlage für die Kombination mit der RGB-Aufnahme.
RGB + HA Kombination
In einem letzten Schritt werden beide Aufnahmen miteinander kombiniert.
Dabei bleibt das natürliche Sternfeld der RGB-Aufnahme erhalten, während die H-Alpha-Daten die feinen Strukturen der Wasserstoffnebel ergänzen.
So entsteht Schritt für Schritt das finale Bild.
Brunnbach, Kalkalpen2021

Eine meiner frühen Aufnahmen.
Damals arbeitete ich noch ohne Nachführung und fotografierte den Himmel mit kurzen Einzelbelichtungen und mit einer astromodifizierten Kamera.
Im Bereich des Sternbilds Schwan (Cygnus) zeigen sich bereits die rötlichen Wasserstoffstrukturen der Milchstraße.
Diese rötlichen Wasserstoffnebel unserer Galaxie werden besonders unter dunklem Himmel sichtbar.

Die Berge werden dunkel.
Die Milchstraße erscheint.

Sommernächte in den Alpen

Viele meiner Astrofotografien entstehen während der kurzen Sommernächte in den Bergen.

Oft komme ich vor Sonnenuntergang an den Locations an.
In dieser ruhigen Zeit lässt sich die Landschaft erkunden, mögliche Perspektiven entstehen und langsam beginnt die Vorbereitung auf die Nacht.

Gerade im Sommer liegt über den Bergen eine besondere Stimmung.
Die Luft ist mild, die Tage waren lang – und über den Gipfeln beginnt langsam die Zeit der Milchstraße.

In dieser Jahreszeit richtet sich unser Blick direkt in Richtung des Zentrums unserer Galaxie.
Dort verdichten sich Milliarden von Sternen, Gaswolken und dunkle Staubstrukturen zu dem hellen Band der Sommermilchstraße.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit verändert sich die Umgebung.
Die Geräusche werden leiser, der Himmel wird klarer – und über den Gipfeln erscheint nach und nach das galaktische Band.

Viele dieser Orte begleiten mich seit Jahren immer wieder durch die Nächte.
Mit jeder Nacht und mit wachsender Erfahrung entstehen dort neue Bilder – selbst vertraute Orte wirken unter dem Sternenhimmel jedes Mal ein wenig anders.

Und wenn die letzten Lichter der Täler verblassen und über den Gipfeln die Milchstraße erscheint, beginnen jene Momente, aus denen diese Bilder entstehen.

Almkogel, Oberösterreich – Sommer 2023

Dieses Panorama entstand gegen zwei Uhr morgens auf dem Almkogel.
Wegen der schnell ziehenden Wolken wurde das Bild ausschließlich aus Einzelbelichtungen aufgenommen.

Stoderzinken, Steiermark – Sommer 2025

Dieses Bild entstand in einer besonderen Nacht am Stoderzinken gemeinsam mit meinem Cousin Chris.

Für die Aufnahme stieg er in der Dunkelheit in den Klettersteig – genau an jene Stelle, über der sich die Milchstraße eindrucksvoll über den Felsen spannte.

Loser, Steiermark – Spätsommer 2023

Diese Aufnahme entstand in einer angenehm warmen Spätsommernacht am Loser.
Der Vordergrund wurde aus mehreren Fokusebenen zusammengesetzt, der Himmel nachgeführt und gestackt – für möglichst viel Schärfe und Detail im gesamten Bild.

Stoderzinken, Steiermark – Frühling 2025

Das Zentrum unserer Galaxie steigt über den Bergen der Steiermark auf.
Rechts neben dem roten Stern Antares leuchtet der farbenreiche Rho-Ophiuchi-Nebelkomplex, darüber der schwache Blaue Pferdekopfnebel (IC 4592).
Dunkle Staubbänder führen von Antares in das Zentrum der Milchstraße und bilden Strukturen des sogenannten Dark Horse Nebula.
Die Aufnahme entstand mit 50 mm Brennweite und einer Gesamtbelichtungszeit von etwa 60 Minuten.
Der Vordergrund wurde separat fokussiert, während der Himmel auf einem Sternetracker nachgeführt wurde.

Hochkar, Niederösterreich – Sommer 2023

Aufgenommen nahe der steirischen Grenze in einer der dunkelsten Regionen Österreichs.
Das Zentrum sinkt bereits Richtung Horizont, während die dunklen Staubstrukturen unserer Galaxie noch einmal besonders deutlich hervortraten.

Laussa, Oberösterreich – Frühjahr 2022

Der Nachthimmel über den Kalkalpen. In den Staubstrukturen der Galaxie sind die typischen Sommerobjekte wie der Lagunen-Nebel (M8) und der Trifid-Nebel (M20) zu sehen.
Aufgenommen mit 70 mm Brennweite aus mehreren Einzelbelichtungen mit längerer Gesamtbelichtungszeit – fotografiert mit einer normalen Kamera ohne Astromodifikation oder Spezialfilter.

Almkogel, Oberösterreich – Sommer 2023

Das Gipfelkreuz des Almkogels unter dem galaktischem Band.
Der Vordergrund wurde mit mehreren Fokusebenen aufgenommen, während der Himmel auf einem Sterntracker nachgeführt wurde.

Loser, Steiermark – Spätsommer 2023

Dreireihiges Panorama mit 20 mm vom Loser
Über den Gipfeln der Alpen zieht das galaktische Zentrum langsam hinter dem Dachstein ins Horizontlicht.

Schafberg, Salzburg – Sommer 2023

Panoramaaufnahme vom Schafberg mit Blick über das Salzkammergut.
Links im Bild der Attersee mit dem Höllengebirge, rechts der Wolfgangsee.
Über den Bergen spannt sich das Band der Milchstraße, während Saharastaub in dieser Nacht den Himmel leicht dämpfte und das Zentrum unserer Galaxie nur schwer seine feinen Strukturen preisgab.

Hohe Dirn, Oberösterreich – Spätsommer 2021

Panoramaaufnahme des galaktischen Bandes mit 50 mm.
Besonders deutlich zu erkennen ist hier der sogenannte Dark Rift – ein riesiges Band aus interstellaren Staubwolken, das sich wie ein dunkler Fluss durch das Sternenband unserer Galaxie zieht und das Licht der dahinterliegenden Sterne teilweise verdeckt.
Rechts im Bild liegt das Zentrum mit zahlreichen Gasnebeln und dichten Sternfeldern.
Weiter links zieht sich der dunkle Staubkomplex durch das Band der Galaxie und teilt die Milchstraße scheinbar in zwei Hälften.

Hohe Dirn, Oberösterreich – Frühsommer 2024

Nach einer dunstigen und wolkigen Nacht mit Saharastaub öffnete sich kurz vor dem Morgen noch einmal der Himmel.
Für einen Moment wurde das Zentrum unserer Galaxie noch einmal eindrucksvoll erkennbar.

Stoderzinken, Steiermark – Sommer 2025

Eine Panoramaaufnahme vom Gipfel des Stoderzinken in den Niederen Tauern.
Während sich das Band der Milchstraße über den Alpen spannt,
erscheint am linken Horizont überraschend schwaches Polarlicht – ein rosafarbenes Leuchten als kleines Highlight der Nacht.
Rechts zeigt sich zusätzlich grüner Airglow, ein natürliches Leuchten der oberen Atmosphäre.

Das Panorama entstand aus mehreren gestackten Aufnahmen des Himmels sowie zusätzlichen Belichtungen mit H-Alpha-Filter, um die Wasserstoffnebel unserer Galaxie besonders detailreich sichtbar zu machen.

Brandberg, Oberösterreich – Sommer 2023

Und immer wieder führt mich der Weg zurück ins Almtal –
dorthin, wo für mich alles begann: unter dem Sternenhimmel am Almsee.

Laussa, Oberösterreich – Frühsommer 2023

Über den sanften Hügeln des oberösterreichischen Alpenvorlands spannt sich das Band der Milchstraße als Bogen über den Himmel.
Viele Nächte habe ich hier unter den Sternen verbracht – immer wieder führte mich der Weg zurück zu diesem alten Baum auf der Anhöhe.
Schon damals war er ein abgestorbener Baum. Seit ich ihn kannte, trug er weder im Sommer noch im Winter Blätter – ein stiller Zeuge vieler vergangener Jahre.
Heute steht er nicht mehr.
Ein Sturm hat ihn inzwischen zu Fall gebracht.
Dieses Bild gehört zu den letzten Aufnahmen dieses besonderen Ortes unter dem Sternenhimmel.

Ein Himmel. Milliarden Sterne.

Winternächte unter den Sternen

Auch im Winter zieht es mich immer wieder hinaus in die Berge.

In dieser Jahreszeit zeigt sich ein anderer Teil unserer Galaxie als in den Sommermonaten.
Statt des galaktischen Zentrums im Sternbild Schütze blicken wir nun in Richtung des Orion-Arms der Milchstraße.
Dort liegen viele faszinierende Objekte des Winterhimmels – darunter der Orionnebel und Barnard’s Loop, die Plejaden im Sternbild Stier sowie die Herz- und Seelennebel in der Kassiopeia-Region.

Gerade in kalten Winternächten ist die Luft oft besonders ruhig und klar.
Wenn Schnee die Landschaft bedeckt und das Licht der Täler reflektiert, wirkt der Sternenhimmel über den Bergen oft noch intensiver.

In solchen Nächten scheint der Himmel über den Bergen fast greifbar nah.

Steinerner Jäger, Oberösterreich – Winter 2024

Dieses Panorama entstand nach mehreren Anläufen am Gipfel des Steinernen Jägers nahe dem Schieferstein.
Von den dunklen Kalkalpen im Westen reicht der Blick bis zum lichtverschmutzten Zentralraum von Oberösterreich.

Schieferstein, Oberösterreich – Winter 2024

Der Blick vom Schiefersteingipfel über die winterlichen Kalkalpen.

Am Himmel zeigen sich die Nebel und Sternhaufen des Wintersternhimmels.
Links unten schimmert der rötliche Mars, während rechts über der Orionregion Jupiter als heller Fixpunkt den Himmel dominiert.


Postalm, Salzburg – Winter 2024

Über der verschneiten Postalm zeigt sich der Nachthimmel mit einigen seiner bekanntesten Objekten.
Neben den Plejaden mit ihren Staubwolken und den Hyaden sind auch der Orionnebel und Barnard’s Loop sichtbar – rechts davon sogar ein zarter Hauch des selten fotografierten Eridanus Loop.

Laussa, Oberösterreich – Winternacht 2024

Eine kalte Winternacht nahe Laussa beim Windpark.
Über der nächtlichen Schneelandschaft spannt sich das galaktische Band mit ihren Nebeln und Sternfeldern.
Rechts stehen die Windräder des Windparks, links zeichnen sich die Kalkalpen gegen den Himmel ab.

Stunde für Stunde sinken die Temperaturen, während Frost und Sternenlicht die Winternacht langsam verändern.

Frostige Nächte
unter dem Licht der Sterne

Wenn die Nacht gefriert

Astrofotografie im Winter bedeutet oft lange Nächte bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.
Stundenlang verbringt man draußen im Schnee unter dem Sternenhimmel.

Mit der Zeit überzieht sich die Ausrüstung langsam mit einer Schicht aus Frost – Kameras, Objektive und sogar der Rucksack sind am Ende der Nacht oft komplett gefroren.

Der Rucksack gepackt für eine lange Astronacht am Berg.
Die morgendliche Dämmerung setzt ein und die Temperaturen erreichen ihren Tiefpunkt.
Gefrorene Kamera nach mehreren Stunden Astrofotografie bei zweistelligen Minusgraden.
Am Ende einer langen Naht.

Winternächte unter dem Sternenhimmel können lang und anstrengend sein.

Doch genau diese stillen und kalten Nächte schenken einige der schönsten Nächte der Astrofotografie.
Genau in solchen Stunden entstehen viele meiner Winteraufnahmen.

Steinerner Jäger, Oberösterreich – Spätwinter 2024

Mitten in der Nacht sinkt das Sternbild Orion über den Kalkalpen langsam dem Horizont entgegen.
Über den Tälern liegt ein rötlicher Airglow, der den Himmel schwach einfärbt.

Astrofotografie Deep Sky bis Landschaft von Mario Oberlaber
Postalm, Salzburg – Winter 2023

Eine verschneite Landschaft auf der Postalm unter dem aufgehenden Sternbild Orion.
In dieser Nacht zogen dünne Schleierwolken durch den Himmel und ließen die Sterne weich und leicht aufgebläht erscheinen.

Postalm, Salzburg – Winter 2024

Eine klare Winternacht auf der Postalm in den österreichischen Alpen.
Der Himmel entstand als Panorama mit 50 mm Brennweite und zeigt dadurch besonders feine Strukturen der Milchstraße und der umliegenden Nebelregionen – darunter auch den Hexenkopfnebel.
Der Vordergrund wurde separat mit 20 mm aufgenommen, um die winterliche Landschaft der Alm in die Szene einzubinden.

Astrofotografie Deep Sky bis Landschaft von Mario Oberlaber
Hohen Dirn, Oberösterreich, Winter 2023

Eine klare Winternacht auf der Hohen Dirn. Der Himmel entstand mit 50 mm Brennweite und zusätzlichen H-Alpha-Aufnahmen, wodurch die leuchtenden Wasserstoffnebel im Band der Milchstraße klar hervortreten.
Die verschneite Landschaft und das warm beleuchtete Haus verleihen der Szene eine typische winterliche Stimmung dieser ruhigen Bergregion.

Gegen Ende des Winters verändert sich auch der Nachthimmel.
Während das Wintersternbild Orion am Abendhimmel im Westen langsam verschwindet, taucht immer früher in der Nacht das Zentrum unserer Milchstraße am Himmel auf – ein erster Vorbote der kommenden Sommernächte.

Diese Nächte markieren den Übergang zwischen den Jahreszeiten, wenn sich der Sternenhimmel Schritt für Schritt verändert.

Gaisberg, Oberösterreich – Winter 2022
Das Wintersternbild Orion verschwindet langsam am Abendhimmel und macht Platz für die kommenden Sommersternbilder.
Postalm, Salzburg – Winter 2023
In den frühen Morgenstunden eines langen Winters erscheint erstmals wieder das Zentrum unserer Milchstraße am Himmel.

Die Sterne bleiben.
Der Himmel verändert sich.

Nächte zwischen den Jahreszeiten

In manchen Nächten lässt sich der Wandel des Himmels besonders gut beobachten.

Während im Westen noch Sternbilder einer Jahreszeit erkennbar sind, erscheinen am gegenüberliegenden Horizont bereits die ersten Vorboten der nächsten.

Nach den langen Winternächten tauchen im Frühling erstmals wieder die hellen Regionen der Sommermilchstraße am Morgenhimmel auf.
Wenige Monate später dominiert ihr leuchtendes Band in den kurzen Sommernächten den Himmel über den Bergen.


Mit dem Herbst sinken diese Sternfelder langsam im Westen, während im Osten bereits die Sternbilder des kommenden Winters – allen voran Orion – wieder aufsteigen.

In diesen Übergangszeiten begegnen sich oft zwei Jahreszeiten des Sternhimmels gleichzeitig – ein Moment, in dem sich der stetige Wandel des Himmels besonders eindrucksvoll beobachten lässt.

Zwischen Sommer und Winterhimmel

Loser, Steiermark – Spätsommer 2025

Panorama des herbstlichen Sternhimmels über dem Loser.
Links sind noch Teile des Sommerhimmels mit dem Sommerdreieck gut sichtbar, während rechts bereits die ersten Sterne des kommenden Winterhimmels aufgehen. Das grünliche Leuchten über dem Horizont ist Airglow – ein natürliches Leuchten der oberen Atmosphäre.

Ein Blick hinter die Sterne

Auf den ersten Blick wirkt der Sternhimmel wie ein unendliches Feld aus Sternen.
Doch hinter diesem scheinbaren Chaos verbergen sich zahlreiche Sternbilder, Nebel und Galaxien.
Diese beschriftete Version des Panoramas zeigt einige der markantesten Objekte dieses Himmelsausschnitts – vom Sommerdreieck und der Andromedagalaxie über die Plejaden bis hin zum aufsteigenden Sternbild Orion.
Viele dieser Strukturen sind mit bloßem Auge kaum erkennbar, werden aber durch moderne Astrofotografie sichtbar.

Loser, Steiermark – Spätsommer 2025

Der Große Wagen steht in den Herbstmonaten besonders tief über dem Horizont.
Am Loser bot sich die Gelegenheit, das Sternbild fast auf Augenhöhe über den Bergen zu fotografieren.
Ein dezenter Softfilter lässt die hellsten Sterne dabei funkeln.

Das Licht entlang der Ekliptik

In besonders dunklen Nächten erscheint manchmal ein schwaches, pyramidenförmiges Leuchten über dem Horizont.
Dieses sogenannte Zodiakallicht entsteht nicht in unserer Atmosphäre, sondern im inneren Sonnensystem:
Ursache ist Sonnenlicht, das an feinen Staubteilchen im inneren Sonnensystem gestreut wird.

Unter guten Bedingungen kann dieses Lichtband sogar mit bloßem Auge sichtbar werden – meist in den frühen Morgenstunden oder nach Einbruch der Abenddämmerung.

Loser, Steiermark – Spätsommernacht 2025

Über dem Horizont erscheint das Zodiakallicht, ein schwaches Leuchten entlang der Ebene unseres Sonnensystems.
Darin steht die helle Venus. Darüber erscheinen bereits die ersten Sterne des kommenden Winterhimmels, darunter die Plejaden und das Sternbild Orion.

Astrofotografie
Loser, Oberösterreich Spätsommer 2025

In einer sehr windigen Spätsommernacht entstand diese Aufnahme am Loser.
Für den durchgehend scharfen Vordergrund wurden mehrere Fokusebenen kombiniert, der Himmel nachgeführt und gestackt. Ein Soft-Glow-Filter verleiht den helleren Sternen zusätzlich etwas mehr Präsenz.

Laussa, Oberösterreich – Frühjahr 2022

Ein alter, längst abgestorbener Baum steht auf einer Anhöhe beim Windpark in Laussa.
Über ihm zieht die Milchstraße durch das Sternbild Schwan mit den roten Wasserstoffnebeln der Cygnus-Region, darunter der Nordamerikanebel und der Pelikannebel.

Mit den letzten Nächten des Winters kehrt der Schnee noch einmal zurück in die Berge.
Unter dem klaren Himmel erscheinen die ersten Regionen der Sommermilchstraße bereits am Horizont – ein Vorgeschmack auf die kommenden Sommernächte.

Bayerischer Wald, Deutschland – Spätwinter 2022

Eine Aufnahme aus dem Spätwinter im Bayerischen Wald nahe der Grenze zwischen Deutschland, Tschechien und Österreich.
Kurz vor Sonnenaufgang erhebt sich das Zentrum der Milchstraße über der verschneiten Landschaft.
Über den Felsen und Wäldern zeigt sich das dichte Sternband unserer Galaxie mit seinen dunklen Staubwolken.

Postalm, Salzburg – Spätwinter 2024

In den frühen Morgenstunden erhebt sich das Zentrum der Milchstraße über der verschneiten Landschaft der Postalm.

Dreisessel, Bayerischer Wald – Spätwinter 2022

In einer kalten Spätwinternacht entstand dieses Panorama am Dreisessel.

Loser, Steiermark – Frühjahr 2025

Am westlichen Rand des Losers steht eine kleine Almhütte zwischen den zerklüfteten Kalkfelsen.
Während der beginnenden astronomischen Dämmerung bleibt das Zentrum der Milchstraße noch gut erkennbar über den Bergen.

Loser, Steiermark – Frühjahr 2025

Über der Almhütte am Loser zieht sich das Sternbild Schwan mit seinen leuchtenden Nebeln durch die Nacht.

Manchmal führt der Weg unter den Sternen auch weiter hinaus – dorthin, wo der Himmel noch dunkler wird.

La Palma – Unter einem der dunkelsten Himmel Europas

La Palma gilt als einer der besten Orte der Welt für Astronomie.
Hoch über dem Atlantik erhebt sich die Vulkaninsel mit ihren gewaltigen Landschaften und der riesigen Caldera de Taburiente, einem der größten Erosionskrater der Erde.
Durch die Höhe der Berge, stabile Passatwinde und eine oft geschlossene Wolkendecke unterhalb der Gipfel herrschen hier außergewöhnlich klare Bedingungen für den Blick ins All.

Auf dem Roque de los Muchachos, mehr als 2400 Meter über dem Meer, befinden sich einige der bedeutendsten Observatorien Europas. Große Forschungsteleskope beobachten hier seit Jahrzehnten den Kosmos – geschützt durch strenge Lichtschutzgesetze, die den Himmel über der Insel besonders dunkel halten.

Auch für die Astrofotografie ist La Palma ein einzigartiger Ort.
Über den Wolken, fern von großen Städten, spannt sich die Milchstraße in beeindruckender Klarheit über die vulkanische Landschaft.

Für mich war es lange ein Traum, einmal an diesem einzigartigen Ort unter den Sternen zu stehen und dort den Nachthimmel zu fotografieren.
Eine Reise nach La Palma bedeutete deshalb mehr als nur neue Bilder – sie war die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches.

Hoch über der Caldera de Taburiente erhebt sich das Zentrum unserer Galaxie über der vulkanischen Landschaft der Insel.
In dieser Nacht lag Calima über den Kanaren – feiner Saharastaub in der Atmosphäre, der das Licht der Städte unterhalb der Wolkendecke verstärkte und dem Himmel einen warmen, goldenen Farbton verlieh.

Caldera de Taburiente
La Palma

Die Caldera de Taburiente gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften der Kanarischen Inseln.
Über Millionen Jahre hinweg haben Vulkane, Erosion und gewaltige Erdrutsche diese riesige Kraterlandschaft geformt.


Heute prägen zerklüftete Grate, steile Felswände und karge Vegetation das Bild dieser einzigartigen Vulkanwelt. Die Dimensionen wirken fast surreal – ein Ort, an dem man die Kräfte der Erde unmittelbar spürt.
In den warmen Sommernächten spannt sich über dieser Landschaft das galaktische Band als leuchtender Bogen über den Himmel.
Weit entfernt von großen Städten entsteht hier eine Ruhe und Klarheit, die den Blick in die Tiefe des Universums möglich macht.

Ein Ort, der tagsüber von der Erde erzählt – und nachts vom Universum.

Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos, La Palma

Sonnenuntergang über der Caldera
Am Pico de la Cruz, hoch über der Caldera de Taburiente, beginnt der Abend mit einem eindrucksvollem Schauspiel.
Während die Sonne hinter dem Atlantik verschwindet, zeichnet sich am Horizont der Erdschatten ab – ein blaugrauer Streifen, der den Schatten unseres Planeten in der Atmosphäre sichtbar macht.
Darüber erscheint der sogenannte Venusgürtel, ein zart rosafarbenes Band, das den Übergang zwischen Tag und Nacht markiert.
Von hier oben, am Rand der Caldera, lässt sich dieses Schauspiel besonders eindrucksvoll erleben.

Über dem Wolkenmeer setzt langsam die Dämmerung ein – und mit ihr die Stille, in der wenig später die ersten Sterne erscheinen.

Mit zunehmender Dunkelheit entfaltet sich darüber schließlich die volle Pracht des Nachthimmels – und das leuchtende Band der Milchstraße spannt sich über die Landschaft.

Pico de la Cruz – Roque de los Muchachos, La Palma
Caldera de Taburiente – La Palma

Über der gewaltigen Caldera de Taburiente erhebt sich einer der dunkelsten Himmel Europas.

Fernab großer Städte und oberhalb der Wolkendecke werden die feinen Strukturen unserer Galaxis hier in außergewöhnlicher Klarheit sichtbar.
Durch die längere Brennweite dieses Panoramas treten die Details der Milchstraße außergewöhnlich gut hervor – dunkle Staubbänder, leuchtende Emissionsnebel und dichte Sternfelder zeichnen ein Bild unserer Galaxis, das mit bloßem Auge so nicht erkennbar wären.

Das Sommerdreieck über La Palma

In den Sommermonaten steht hoch über dem Himmel von La Palma das sogenannte Sommerdreieck – gebildet von den hellen Sternen Vega, Deneb und Altair.

Caldera de Taburiente – La Palma
Nächtliche Landschaften am Roque de los Muchachos

Diese beiden Aufnahmen entstanden mit 20 mm Brennweite und wurden jeweils als Fokus-Stack erstellt, um sowohl die Landschaft im Vordergrund als auch den Sternenhimmel scharf darzustellen.
In dieser Nacht herrschte – wie so oft auf dem Grat des Roque de los Muchachos – starker Wind, der die Vegetation ständig bewegte und das Fokussieren der einzelnen Ebenen erschwerte.

Links steht der Tajinaste Rojo (Echium wildpretii), eine charakteristische Pflanze der kanarischen Hochlagen,
die hier am Rand der Caldera wächst.
Über ihr zieht das Band der Milchstraße von Horizont zu Horizont über den Himmel.

Rechts führt ein schmaler Pfad zwischen vulkanischen Felsen durch die Hochgebirgslandschaft der Insel, während darüber die Milchstraße langsam über den Himmel vorbeizieht. (Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.)

Caldera de Taburiente – La Palma

Observatorien am Roque de los Muchachos

Der Roque de los Muchachos auf La Palma gehört zu den bedeutendsten Standorten für astronomische Forschung weltweit.
Entlang des vulkanischen Bergrückens stehen zahlreiche internationale Observatorien, die die außergewöhnlich stabilen atmosphärischen Bedingungen der Insel nutzen, um den Himmel möglichst störungsfrei zu beobachten.

Im Vordergrund dieser Szene befinden sich die großen MAGIC-Teleskope (Major Atmospheric Gamma Imaging Cherenkov).
Diese riesigen Spiegelkonstruktionen beobachten keine sichtbaren Sterne, sondern extrem energiereiche Gammastrahlung aus dem Universum. Trifft solche Strahlung auf die Erdatmosphäre, entstehen kurze Lichtblitze – sogenanntes Cherenkov-Licht – die von den Spiegeln der Teleskope registriert werden.

So lassen sich Ereignisse wie aktive Galaxienkerne, Supernovaüberreste oder andere hochenergetische Prozesse im Kosmos untersuchen.

Hinter den MAGIC-Teleskopen erhebt sich die Kuppel des Gran Telescopio Canarias (GTC) mit seinem 10,4-Meter-Spiegel – eines der größten optischen Teleskope der Welt.

Wenn die Sonne über dem Atlantik untergeht und das warme Licht über die vulkanischen Hänge der Insel streicht, beginnt hier der Übergang vom Tag zur Nacht. Während die Wissenschaftler ihre Instrumente auf die fernsten Regionen des Universums richten, erscheint über den Observatorien einer der klarsten Sternenhimmel Europas.

Für mich war es ein eindrucksvoller Moment, eine Nacht an diesem Ort zu verbringen – dort, wo moderne Astronomie und der Blick auf den natürlichen Nachthimmel auf einzigartige Weise zusammenkommen.

Roque de los Muchachos, La Palma – Sommerabend 2024

Mit Einbruch der Nacht richten sich die Instrumente am Roque de los Muchachos Observatory auf den Himmel aus.
Im Vordergrund steht eines der großen MAGIC Teleskops, während im Hintergrund die Kuppel des Gran Telescopio Canarias zu erkennen ist, die bereits für die Beobachtungen geöffnet ist.
Über den Teleskopen zieht sich das helle Band der Milchstraße über den Himmel.
Besonders im Bereich des galaktischen Zentrums zeigen sich zahlreiche dunkle Staubstrukturen und leuchtende Nebelregionen – ein dichter und faszinierender Teil unserer eigenen Galaxie.
Das Bild entstand als 50-mm-Panorama, bei dem mehrere Aufnahmen von Vordergrund und Himmel kombiniert wurden.

MAGIC-Teleskope in Bewegung

Zeitraffer – MAGIC-Teleskope in Bewegung
Diese kurze Zeitraffersequenz zeigt eines der großen MAGIC-Cherenkov-Teleskope am Roque de los Muchachos Observatory auf La Palma. Während sich der Sternenhimmel im Verlauf der Nacht langsam über den Himmel bewegt, spiegeln sich Sterne und Teile der Milchstraße im großen Spiegel des Instruments.

Die MAGIC-Teleskope gehören zu den empfindlichsten Anlagen zur Beobachtung hochenergetischer Gammastrahlung aus dem Universum. Anders als klassische optische Teleskope registrieren sie kurze Lichtblitze in der Atmosphäre, die entstehen, wenn Teilchen aus dem All auf die Erdatmosphäre treffen.

Milchstraße über den Observatorien von La Palma

Mehrere der Aufnahmen unterhalb entstanden als hochauflösende Panoramen mit 50 mm Brennweite, um die feinen Strukturen im Bereich des galaktischen Zentrums besonders detailliert sichtbar zu machen.

Dunkle Staubwolken ziehen sich dabei durch die dichten Sternfelder der Milchstraße und bilden komplexe Strukturen innerhalb unserer Galaxis.

Ein Teil der Aufnahmen entstand mit einer astromodifizierten Kamera sowie ergänzenden H-Alpha-Daten, wodurch die roten Emissionsnebel im Zentrum unserer Galaxis deutlich hervortreten.
Die Serie zeigt verschiedene Blickwinkel auf das galaktische Zentrum – von weitwinkligen Landschaftsaufnahmen bis zu detailreichen Einblicken in die Staubstrukturen unserer eigenen Galaxis.
(Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.)

Unter dem Himmel der Kanaren

Während meines Aufenthalts auf La Palma übernachtete ich auf der Hacienda La Palma, einer kleinen Anlage mit Ferienhäusern in den Bergen der Insel.
Die Häuser liegen auf etwa 1.380 Metern Höhe zwischen Weinbergen, Mandelbäumen und Pinienwäldern – weit entfernt von größeren Ortschaften.

Die klaren Nächte und die ruhige Lage machen diesen Ort ideal für Sternenbeobachtung und Astrofotografie.
Direkt vom Garten der Unterkunft aus öffnet sich der Blick auf die Milchstraße, die über Palmen, Drachenbäumen und den typischen Pflanzen der Insel aufsteigt.

Viele meiner Aufnahmen entstanden genau hier – zwischen den Wegen des Gartens und den Terrassen der Hacienda, unter einem Himmel, der auf La Palma eindrucksvoll wirkt.

Ein Ort. Ein Himmel. Ein Gefühl.

Roque de los Muchachos, La Palma

Die Nächte auf La Palma gehören zu den eindrucksvollsten Momenten meiner Astrofotografie.

Noch nie zuvor habe ich den Nachthimmel so intensiv erlebt wie hier – mit einer Milchstraße, die scheinbar zum Greifen nah über der Landschaft steht.
Diese Nächte am Rand der Caldera bleiben unvergesslich.

Und eines ist sicher:
La Palma wird mich wiedersehen.

Was bleibt, sind Erinnerungen –
festgehalten im Licht der Nacht.

Besondere Bilder

Manche Bilder erzählen mehr als nur eine Nacht.

Sie stehen für besondere Momente, persönliche Geschichten
 und kreative Wege, den Himmel neu zu sehen.

Ein neues Leben unter den Sternen

Gahberg, Oberösterreich – Spätsommer 2021

Dieses Bild entstand in einer einzigartigen Zeit unseres Lebens.
Meine Verlobte trägt hier bereits unsere Tochter Anna unter dem Herzen – auch wenn wir damals noch nicht wussten, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.
Über uns spannt sich die Milchstraße, und der rosafarbene Lagunennebel scheint direkt in den Maxi-Cosi zu wandern – ein kleines Detail, das dieses Bild für mich noch besonderer macht.

Im Nachhinein wirkt das fast wie ein Zufall mit Bedeutung – denn wenig später erfuhren wir, dass wir ein Mädchen erwarten.

Für mich ist dieses Bild nicht nur Astrofotografie, sondern eine Erinnerung an einen der schönsten Momente unseres Lebens.

Laussa, Oberösterreich – Frühjahr 2023

Dieses Bild zeigt sogenannte Startrails – Sternspuren, die durch die Rotation der Erde entstehen.
Während die Kamera über einen längeren Zeitraum viele Aufnahmen sammelt, bewegen sich die Sterne scheinbar kreisförmig über den Himmel.
Der Mittelpunkt dieser Bewegung ist der Polarstern, der hier knapp über dem Baum steht.
Der Baum bei Laussa war über viele Jahre ein einzigartiger Vordergrund für meine Nachtaufnahmen.
Heute existiert er leider nicht mehr – umso mehr ist dieses Bild für mich eine Erinnerung an viele Nächte unter dem Sternenhimmel.

Filialkirche Brunnbach, Oberösterreich – Frühjahr 2021

Diese Aufnahme entstand bei der kleinen Filialkirche in Brunnbach im oberösterreichischen Ennstal.
Die Kirche liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Tales und bietet einen freien Blick auf den Nachthimmel.
Dieses Bild gehört zu meinen früheren Startrail-Aufnahmen aus dem Jahr 2021. Auch wenn es schon einige Jahre alt ist, erinnert es mich an meine ersten intensiveren Experimente mit der Astrofotografie und an viele ruhige Nächte an diesem Ort.

Postalm, Salzburg – Winter 2022

Dieses Bild entstand aus einem 360-Grad-Panorama und wurde anschließend als sogenannte Little-Planet-Projektion dargestellt.
Dabei wird die Landschaft so verzerrt, dass sie wie ein kleiner Planet wirkt.
Links am Horizont geht gerade der Mond auf und beleuchtet die verschneite Landschaft mit seinem Licht.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Wintermilchstraße zu sehen, die sich über den Himmel spannt.
Die Kombination aus Mondlicht, Schnee und Sternenhimmel schafft eine besondere Winterstimmung und zeigt den Nachthimmel aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive.

Fenster ins Universum

Deep-Sky-Astrofotografie

Deep-Sky-Astrofotografie zeigt Objekte weit außerhalb unseres Sonnensystems – Emissionsnebel, Dunkelnebel, Sternhaufen oder ferne Galaxien.

Im Gegensatz zur klassischen Deep-Sky-Fotografie mit großen Teleskopen arbeite ich hier oft mit Weitfeld-Aufnahmen.
Viele meiner Bilder entstehen mit Brennweiten um 135 Millimeter, wodurch ganze Sternfelder und große Nebelregionen sichtbar werden.

Gelegentlich fotografiere ich auch mit längeren Brennweiten, etwa mit meinem 150–600-Millimeter-Objektiv.
Der Schwerpunkt meiner Deep-Sky-Aufnahmen liegt jedoch auf großflächigen Strukturen im Himmel – dort, wo sich Sternwolken, Staub und Nebel über weite Bereiche des Kosmos erstrecken.

Hohe Dirn, Oberösterreich – Herbst 2023

Bei der Sternwarte auf der Hohen Dirn beginnt eine Deep-Sky-Nacht. Während der Himmel langsam dunkler wird, laufen bereits zwei Aufnahmesysteme parallel.
Im Vordergrund arbeitet eine Kamera mit kurzer Brennweite für Weitfeld-Aufnahmen.
Dahinter ist ein 150–600-Millimeter-Objektiv auf Deep-Sky-Objekte ausgerichtet – in dieser Nacht unter anderem auf die Andromedagalaxie.
Solche Nächte sind für mich besonders schön:
Während die Kameras über Stunden Licht aus dem All sammeln, bleibt genug Zeit, den Sternenhimmel einfach zu beobachten und zu genießen.

Die bunten Wolken des Kosmos

Einige der farbenreichsten Nebel- und Staubstrukturen unserer Milchstraße befinden sich im Bereich der Rho-Ophiuchi-Region.

Rho-Ophiuchi-Region

Die Rho-Ophiuchi-Region zählt zu den farbenreichsten Bereichen unseres Nachthimmels und liegt im Übergangsbereich zwischen Schlangenträger und Skorpion.

Hier treffen unterschiedliche Nebeltypen aufeinander: leuchtende Emissionsnebel, bläulich reflektierende Staubwolken und dunkle interstellare Strukturen.
Die rötlichen Bereiche sind Wasserstoffnebel (H-Alpha-Regionen), die durch die Strahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt werden. Dazwischen liegende Staubwolken absorbieren das Licht und formen die charakteristischen dunklen Strukturen.

Im oberen Bildbereich fällt der sogenannte Blaue Pferdekopfnebel auf.
Anders als Emissionsnebel leuchtet er nicht selbst, sondern reflektiert das Licht naher Sterne

Nikon D750A · Sigma Art 135 mm · SkyWatcher Star Adventurer 2i · 2-Panel-Mosaik
Integration: 3 h 45 min · je Panel 150 × 90 s · f/3.2 · ISO 800 · La Palma

Rho-Ophiuchi-Region – Blick auf Antares und M4

Rund um den hellen Stern Antares treffen leuchtende Gasnebel, reflektierende Staubwolken und dunkle interstellare Strukturen aufeinander. Rechts neben Antares leuchtet der Kugelsternhaufen M4 – einer der erdnächsten Vertreter seiner Art mit zehntausenden dicht gepackten Sternen.

Die unterschiedlichen Farben entstehen durch verschiedene physikalische Prozesse: Einige Gaswolken leuchten selbst, während andere das Licht benachbarter Sterne reflektieren.

Feuer und Staub im Sternbild Schwan

Nordamerikanebel und Wasserstoffregionen im Sternbild Schwan

Dieses 135-mm-Mosaik entstand im Sternbild Schwan und umfasst einen besonders aktiven Himmelsausschnitt.
Links im Bild ist der bekannte Nordamerikanebel (NGC 7000) zu erkennen, eine große Wasserstoffregion, die durch energiereiche Strahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Weite Bereiche des Bildes werden von ausgedehnten Gas- und Staubwolken geprägt.
Sie zählen zu den aktivsten Sternentstehungsgebieten unserer Galaxie und bilden ein komplexes Netzwerk aus leuchtendem Wasserstoffgas und dunklen Staubstrukturen.

In der sternlosen Version stehen die Nebelstrukturen dieser Region im Mittelpunkt.
Feine Gasfilamente und dunkle Staubbänder treten deutlich hervor, ohne vom dichten Sternfeld überlagert zu werden.

Die Aufnahme erinnert dadurch fast an eine kosmische Landschaft aus leuchtendem Wasserstoffgas, in der sich zahlreiche Strukturen und Schockfronten erkennen lassen.

Noch mehr Feuer im Sternbild Schwan

Mit 50 mm eröffnet sich ein deutlich weiterer Blick auf das galaktische Band im Sternbild Schwan.

Im Vergleich zur Teleaufnahme treten die großflächigen Gas- und Staubwolken stärker hervor und verbinden sich zu einer weitläufigen, leuchtenden Himmelslandschaft.

Erst in dieser Perspektive wird erkennbar, wie die einzelnen Nebelregionen Teil eines viel größeren Ganzen sind.

Blaues Sternenlicht im interstellaren Staub

Die Plejaden,

auch als „Sieben Schwestern“ bekannt, gehören zu den bekanntesten Sternhaufen am Nachthimmel.
Schon mit bloßem Auge sind mehrere der jungen, heißen Sterne erkennbar. Sie liegen im Sternbild Stier und sind etwa 440 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Das charakteristische blaue Leuchten rund um die Sterne entsteht durch sogenannte Reflexionsnebel.

Erst auf Weitwinkelaufnahmen werden die weitläufigen Staubstrukturen rund um die Plejaden sichtbar.
Diese feinen Schleier aus kosmischem Staub ziehen sich durch das Sternfeld und verleihen der Region ihr charakteristisches Erscheinungsbild.

Eine stärkere Vergrößerung zeigt die Plejaden deutlich detaillierter.
Dadurch zeichnen sich die filigranen Strukturen des reflektierenden Staubs deutlich ab, die sich um die hellen Sterne winden.
Die Plejaden wirken dadurch fast wie ein kosmischer Scheinwerfer, der die ansonsten unsichtbaren Staubwolken im Hintergrund beleuchtet.

Eine Insel aus Milliarden Sternen

Ein Blick auf unsere kosmische Nachbargalaxie.

Andromeda-Galaxie

Die Andromeda-Galaxie, auch als M31 bekannt, ist die nächstgelegene große Spiralgalaxie zu unserer Milchstraße. Mit einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Lichtjahren ist sie das am weitesten entfernte Objekt, das unter dunklem Himmel noch mit bloßem Auge sichtbar ist.

Auf Fotografien zeigt sich ihre beeindruckende Struktur: ein heller Kern, umgeben von ausgedehnten Spiralarmen aus Milliarden von Sternen, Gas und Staub. Dunkle Staubbänder durchziehen die Galaxie und zeichnen sich besonders in Langzeitbelichtungen deutlich ab.

Mit einem Durchmesser von rund 220.000 Lichtjahren ist die Andromeda-Galaxie sogar größer als unsere eigene.
Sie gehört gemeinsam mit unserer Galaxie und zahlreichen kleineren Begleitgalaxien zur sogenannten Lokalen Gruppe.

Das Licht dieser Aufnahme hat etwa zweieinhalb Millionen Jahre gebraucht, um die Erde zu erreichen.
Wir sehen die Andromeda-Galaxie also so, wie sie aussah, lange bevor es die ersten Menschen auf der Erde gab.

Zwischen Vergangenheit und Entstehung

Sternentstehung im Orion

Eine der spektakulärsten Sternentstehungsregionen unserer Milchstraße – eingefangen in einem einzigen Panorama.

Dieses Panorama umfasst einen großen Teil dieser faszinierenden Himmelslandschaft mit ihren Nebeln, Gaswolken und jungen Sternen.
Im Zentrum liegt der berühmte Orionnebel (M42), eine gewaltige Sternentstehungsregion, in der bis heute neue Sterne geboren werden.
Direkt darüber erstreckt sich der sogenannte Running-Man-Nebel (NGC 1977), dessen Form an eine laufende Figur erinnert.
Weiter links treten der Flammennebel (NGC 2024) und der bekannte Pferdekopfnebel hervor, der sich als dunkle Silhouette vor einer leuchtenden Wasserstoffwolke abzeichnet.

Diese Region zählt zu den bekanntesten Motiven der Astrofotografie.

Am Rand des Panoramas erscheint außerdem der schwache Hexenkopfnebel (IC 2118), ein Reflexionsnebel, der vom hellen Stern Rigel beleuchtet wird.

Gemeinsam vermitteln diese Nebel einen Eindruck davon, wie vielfältig und dynamisch unsere Galaxie aufgebaut ist.
Gas, Staub und junge Sterne formen hier eine kosmische Landschaft, die sich über Hunderte Lichtjahre erstreckt.

Das rote Leuchten des Orion – Wasserstoff in der Sternentstehungsregion

Viele der gewaltigen Gaswolken im Orion senden ihr Licht vor allem in einer ganz bestimmten Wellenlänge aus: dem sogenannten H-Alpha-Licht.

Dabei handelt es sich um eine tiefrote Strahlung von ionisiertem Wasserstoff – dem häufigsten Element im Universum.

Durch spezielle Filter lassen sich diese Strukturen sichtbar machen. Erst dadurch wird deutlich, wie weit sich die Sternentstehungsregion des Orion tatsächlich ausdehnt.

Auf dieser Aufnahme treten die ausgedehnten Wasserstoffwolken rund um den Orionnebel besonders eindrucksvoll hervor.

Der bekannte Orionnebel (M42) liegt im Zentrum dieser Region. Um ihn herum erstrecken sich riesige Gasstrukturen, die durch die intensive Strahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt werden. Viele dieser feinen Nebelfilamente bleiben ohne H-Alpha-Filter für Kameras und Teleskope nahezu unsichtbar.

Zu sehen ist hier nicht nur der Orionnebel selbst, sondern ein deutlich größerer Ausschnitt jener kosmischen Gaslandschaft, aus der immer wieder neue Sterne entstehen.

Kosmisches Feuer im Sternbild Orion

Diese Weitfeldaufnahme erfasst einen größeren Teil der gewaltigen Sternentstehungsregion im Sternbild Orion.
Durch den Einsatz eines H-Alpha-Filters werden die ausgedehnten Wasserstoffwolken deutlich erkennbar, die sich weit über den bekannten Orionnebel hinaus erstrecken.

Spuren einer kosmischen Landschaft, in der bis heute neue Sterne entstehen.

Tanzendes Licht am Nachthimmel
über Österreich

Die Nacht des 10. Mai 2024

Am 10. Mai 2024 erreichten mehrere starke Sonnenstürme die Erde.
Drei gewaltige koronale Massenauswürfe der Sonne hatten sich im All gegenseitig eingeholt und trafen schließlich nahezu gleichzeitig auf das Magnetfeld unseres Planeten.
In ganz Europa erschien Polarlicht – ein seltenes Ereignis, das normalerweise nur in deutlich nördlicheren Regionen zu sehen ist.

Ich verbrachte diese Nacht am Kleinen Sonnstein oberhalb des Traunsees, mit freiem Blick nach Norden.
Unter mir lagen der See und die Lichter von Gmunden, während sich gegenüber die dunkle Silhouette des Traunsteins im Nachthimmel abzeichnete.

Schon kurz nach Einbruch der Dunkelheit dauerte es nicht lange, bis die erste große Polarlichtwelle eintraf.
Der Himmel färbte sich plötzlich in einem intensiven Rot, das sich wie ein gewaltiger Schleier über den Horizont legte.

Im Laufe der Nacht kam das Polarlicht immer wieder in Wellen zurück. Ruhigere Phasen wechselten sich mit neuen Ausbrüchen aus Licht ab.
Zu den roten Strukturen mischten sich zeitweise auch grüne, violette und sogar bläuliche Farben, die den Himmel ständig verändern ließen.

Dieses Schauspiel begann kurz nach Einbruch der Dunkelheit und dauerte bis in die morgendliche Dämmerung.
Während über den Bergen die Milchstraße erschien, tanzten darüber immer wieder neue Strukturen des Polarlichts.

Ich war völlig überwältigt von dem, was sich über mir abspielte. Immer wieder musste ich mich bewusst darauf konzentrieren, ruhig zu bleiben und weiter zu fotografieren – denn eigentlich war ich nur noch am Staunen über dieses seltene Schauspiel am Himmel über Österreich.

Am Gipfel des Kleinen Sonnsteins

Eigentlich war ich an diesem Abend am Kleinen Sonnstein, um den Bogen der Milchstraße über dem Gipfelkreuz zu fotografieren. Doch die Nacht entwickelte sich ganz anders als geplant.

Mit freiem Blick nach Norden über den Traunsee und die Lichter von Gmunden begann sich der Himmel plötzlich intensiv rot zu färben.
Polarlichtstrukturen zogen über den Himmel – so stark, dass selbst die Felsen rund um das Gipfelkreuz im rötlichen Licht der Aurora leuchteten.

Chronik einer außergewöhnlichen Polarlichtnacht über dem Traunsee.

Die folgenden Bilder erzählen den Verlauf dieser außergewöhnlichen Polarlichtnacht über dem Traunsee.
Von den ersten rötlichen Strukturen am Abend bis zu den letzten Farbschleiern kurz vor der Morgendämmerung veränderte sich der Himmel immer wieder – mal intensiv rot, später mit grünen, violetten und pinken Strukturen.

Aufnahmen in chronologischer Reihenfolge (von links oben nach rechts unten):

22:04 · 22:15 · 23:15 · 23:43 · 00:15 · 00:58 · 01:07 · 01:10 · 01:35 · 02:35 · 04:55 · 05:24

Lichter der Nacht

Ein Himmel voller Phänomene

Kleiner Sonnstein, Traunstein – 11.Mai 2024

Ein Himmel voller Phänomene
In dieser Aufnahme treffen gleich mehrere Himmelserscheinungen aufeinander.
Über dem Traunsee spannt sich ein intensives Polarlicht, das den Himmel in kräftige Rot- und Violetttöne taucht.
Darüber verläuft ein stabiler rötlicher Lichtbogen – ein sogenannter SAR-Bogen (Stable Aurora Red), der in großer Höhe in der Atmosphäre entsteht.
Zwischen diesen Strukturen ist sogar noch der Bogen der Milchstraße zu erkennen, der jedoch vom starken Polarlicht teilweise überstrahlt wird.
Es war einer dieser seltenen Momente, in denen mehrere Phänomene gleichzeitig sichtbar werden und der Nachthimmel eine außergewöhnliche Bühne bietet.

Der ruhige rote Bogen
Neben dem eigentlichen Polarlicht erschien in dieser Nacht auch ein sogenannter SAR-Bogen.
Diese seltene Erscheinung entsteht in großer Höhe in der Magnetosphäre der Erde und zeigt sich als stabiler, tiefroter Lichtbogen am Himmel.
Im Gegensatz zum bewegten Polarlicht verändert sich der SAR-Bogen meist nur langsam und wirkt beinahe ruhig über der Landschaft – ein faszinierender Kontrast zu den dynamischen Strukturen der Aurora.

Magischer Tanz am Traunsee – Zeitraffer

Während einzelne Fotos nur einen Augenblick festhalten, zeigt dieser Zeitraffer, wie sich Farben und Strukturen des Polarlichts über Stunden hinweg verändert haben.

Momente, die man nie vergisst

Diese Nacht war für mich unvergesslich.
Nicht nur wegen der Intensität des Polarlichts, sondern vor allem wegen der völligen Überraschung.

Ich hatte mit vielem gerechnet – aber nicht mit einem Himmel, der sich über Stunden hinweg in immer neuen Farben und Formen zeigte.

Selbst beim Abstieg vom Gipfel war ich noch völlig aufgedreht.
Nach einer durchgemachten Nacht und all den Eindrücken konnte ich zu Hause nicht einmal sofort schlafen.
Ich war noch immer voller Adrenalin, Freude und Staunen über das, was ich erlebt hatte.

Von all meinen nächtlichen Abenteuern gehört diese Nacht für mich zu den eindrucksvollsten überhaupt –
eine jener seltenen Nächte, die man nie wieder vergisst.

Spuren der Nacht

Internationale Veröffentlichungen & Auszeichnungen

Einige meiner Arbeiten wurden international veröffentlicht und ausgezeichnet.
Besonders freut mich die Präsentation meiner Astrofotografie auf internationalen Plattformen und in der Nightscaper-Community.


Auszeichnung – NightScaper Community 2024
Dieses Bild der Postalmkapelle wurde auf der internationalen Astrofotografie-Plattform NightScaper veröffentlicht und auf deren Instagram-Seite präsentiert.

Das Bild gehörte 2024 zu den meistgelikten Aufnahmen des Jahres innerhalb der NightScaper-Community.

Interview auf Skies & Scopes – Learn Astrophotography

Meine Astrofotografie wurde auf der internationalen Plattform Skies & Scopes – Learn Astrophotography in einem ausführlichen Interview vorgestellt.

Der Beitrag zeigt eine Auswahl meiner Nightscape- und Deep-Sky-Aufnahmen aus den österreichischen Alpen und von La Palma und gibt Einblicke in meine Arbeitsweise, Technik und die Entstehung meiner Bilder.

Case Study – Astrofotografie in den Alpen

Diese Veröffentlichung zeigt nicht nur Bilder, sondern den Prozess dahinter.

Planung, Geduld und Technik treffen auf den richtigen Moment – wenn Licht und Nacht zusammenkommen.

Auch im Rahmen nationaler Wettbewerbe wurden meine Arbeiten ausgezeichnet.
Beim Fotowettbewerb „1. Berge – ÖVF – Photosuisse 2025“ erhielten mehrere Bilder ein Diplom.

Für mich ist das eine Bestätigung dafür, dass es oft nicht nur Technik ist –
sondern das richtige Licht, der richtige Ort und der Moment, in dem alles zusammenkommt.

Am Ende der Nacht

Ein letzter Blick zum Himmel

Viele meiner Nächte verbringe ich draußen unter dem Sternenhimmel – in den Bergen, auf Almen oder an stillen Orten fern der Städte.

Manche Nächte sind ruhig und unscheinbar, andere voller Überraschungen.
Doch genau diese Momente machen für mich den besonderen Reiz der Astrofotografie aus.

Der Himmel über uns verändert sich ständig – und doch bleibt er immer derselbe Ort, zu dem ich immer wieder zurückkehre.

Manche Nächte bleiben für immer.

Begleite mich hinaus unter den Sternenhimmel
und lerne, ihn selbst festzuhalten.

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